Wie Sie gesund alt werden

Aktualisiert: 23. November 2018
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Körperliches und geistiges Training im Alter steigert die Lebenserwartung.

  • Positive Lebenseinstellung ist mehr als positives Denken.

  • Wer glücklich verheiratet ist, lebt länger.

Gesunde Seniorin

Alt werden möchten wir Alle – und dazu auch noch gesund bleiben. Doch wie passt das zusammen? Ist das überhaupt heute möglich in einer Zeit, in der Hektik, Stress, Fast Food unser Leben bestimmen? Und dann fallen uns vielleicht auch Namen wie der britische Premier Winston Churchill (1874 – 1965) oder der Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918 – 2015) ein, die beide fast bis zum letzten Atemzug als Raucher bekannt waren. Wie passt es zusammen, einerseits Raucher (und Übergewichtigkeit bei Winston Churchill) zu sein und dennoch ein langes erfülltes Leben zu führen? Gibt es eventuell eine „Formel“ für ein langes und gesundes Leben?

Eine Universalformel existiert sicherlich nicht, sondern es kommen stets mehrere Faktoren zusammen, die ein Altwerden in Gesundheit ermöglichen.

Training

Unter diesem Oberbegriff möchte ich Ihnen zwei wesentliche Aspekte vorstellen: das sportliche Training sowie das Gehirntraining. Sportliches Training ist jede sportliche Betätigung, die einen Ausdauereffekt beinhaltet, z.B. Jogging, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen. Voraussetzung für den Ausdauereffekt ist regelmäßiges Training, d.h. mindestens 3x pro Woche. Jede sportliche Betätigung hat positive Effekte insbesondere auf die Hormone Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Ein Mangel an diesen Hormonen führt bekanntermaßen zu Depression. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass z.B. Angst- und Panikstörungen gelindert, wenn nicht sogar geheilt werden. Außerdem werden die sogenannten Stresshormone (Cortisol) gemindert. Mehr Ausgeglichenheit ist die Folge. Das Immunsystem wird gestärkt. Ein weiterer Effekt ist die bessere Gehirndurchblutung und damit verbunden die höhere Sauerstoffanreicherung im Gehirn. Die Hirnleistung wird gesteigert.
Dass wir unser Gehirn selbst aktiv trainieren und zu einem Wachstum anregen können, haben Eleonor Maguire und Katherine Woollett vom University College in London im Jahr 2006 in einer beeindruckenden Studie nachweisen können. Sie haben die Gehirne von 79 Männern, die sich für einen vierjährigen Lehrgang zum Erwerb der Londoner Taxilizenz eingetragen hatten per Magnetresonanz gescannt, und zwar vor Beginn des Lehrgangs als auch nach Abschluss des Lehrgangs. Von den 89 Männern schafften 39 Kandidaten die Prüfung, die anderen 40 fielen durch. Bei den Durchgefallenen hatte der abschließende Hirnscan keine Veränderung zum Ausgangsscan ergeben. Bei den 39 Kandidaten, die die Lizenz erworben hatten, zeigte sich hingegen im Hirnscan ein deutlich vergrößerter Hippocampus im Vergleich zum Start der Ausbildung. Die Studie hat gezeigt, dass unser Gehirn enorm plastisch ist, und zwar nicht nur im Kindes-, sondern auch im Erwachsenenalter.

Gesunde Ernährung setzt sich zusammen aus einem Mix aus viel Obst und Gemüse, aber wenig Fleisch, Fett und Zucker.

Gesund ernähren

Essen und Trinken zählt zu unseren Grundbedürfnissen, d.h. um zu überleben, müssen wir regelmäßig essen und trinken. Doch was wir essen und trinken, beeinflusst nachhaltig unsere Gesundheit. Eine ausgewogene Ernährung setzt sich zusammen aus viel Obst, Gemüse, wenig Fleisch, Fett und Zucker. In den Zeiten des Fast-Food ist eine solche Ernährungsweise nur schwer einzuhalten.
Wie gesund jedoch eine solchermaßen ausgewogene Ernährung ist, zeigen die Bewohner der japanischen Inselgruppe Okinawa. Dort wird bereits seit Jahrhunderten das Ernährungskonzept umgesetzt, das heutige Ernährungswissenschaftler fordern: wenig Kalorien, viel gelbes und grünes Gemüse wie Kürbis, Gurke, Algen, Fisch und andere Meeresfrüchte. Die Folge: Auf den Okinawa-Inseln leben so viele Hundertjährige wie nirgendwo sonst auf der Welt, nämlich 34 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: in Deutschland sind es nur 7 pro 100.000 Einwohner.

Rauchfrei leben

Es ist heute unumstritten, dass Rauchen das Herzinfarkt- wie auch das Schlaganfallrisiko enorm steigert. Kommt zum Rauchen noch übermäßiger Alkoholgenuss hinzu, steigt das Risiko, z.B. an Lungenkrebs oder Mundhöhlenkrebs zu erkranken, nochmals deutlich an.
Doch es gibt auch hier eine gute Nachricht: Das Deutsche Krebszentrum Heidelberg hat in einer Studie herausgefunden, dass ein Rauchstopp das Krebsrisiko erheblich reduziert – und zwar in allen Altersklassen. So kann ein Raucher, der im Alter von 50 Jahren mit dem Rauchen aufhört, sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bereits um die Hälfte reduzieren. Ein Raucher, der mit 30 Jahren mit dem Rauchen aufhört, hat sogar das gleich hohe Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken wie ein langjähriger Nichtraucher.

Positive Lebenseinstellung

Um es gleich vorweg zu nehmen: eine positive Lebenseinstellung ist nicht gleichzusetzen mit positivem Denken. Der Positivdenker läuft vor den Problemen weg. Wer aber eine positive Lebenseinstellung hat, der stellt sich den Problemen, die sich ihm in den Weg stellen und versucht, sie zu lösen. Er geht Hindernissen nicht aus dem Weg, er meistert sie. Die positive Lebenseinstellung ist eine Stressbewältigungsstrategie. Stress wird reduziert, die Überlebensstrategie gesteigert. Die positive Lebenseinstellung führt dazu, dass er dort eine anspruchsvolle Aufgabe sieht, wo andere nur Bedrohungen erkennen können. Die positive Lebenseinstellung führt zu Optimismus und Zuversicht und nicht zu Misstrauen und Niedergeschlagenheit. Letztlich sind Menschen, die eine positive Lebenseinstellung prägt, auch glücklicher als andere. Denn Glück ist nicht etwas, das von materiellen Dingen abhängt. Sondern Glück ist eine innere Haltung, die Art und Weise, wie wir uns selbst und unsere Welt sehen und behandeln. Der englische Wissenschaftler Richard Layard hat beispielsweise den Zusammenhang von Glück und Einkommen in den USA und Großbritannien verglichen. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass ein hohes Einkommen nicht automatisch mit einem hohen Glücksempfinden korreliert. Zwar hat sich das Einkommen in den USA in den Jahren 1945 bis 2000 mehr als verdoppelt, der Prozentsatz von „glücklichen“ Menschen ist aber im gleichen Zeitraum stets gleich geblieben (ca. 30%).

Jeder Mensch benötigt regelmäßige Entspannungs- und Erholungsphasen. Durch Meditation werden diese Phasen noch effektiver.

Entspannung und Meditation

Jeder Spitzensportler weiß, dass er nach erbrachter Höchstleistung auch wieder eine Zeit der Erholung und Entspannung benötigt. Durch die Entspannung werden Hektik, Stress und psychische Belastungen wieder auf das Normalmaß heruntergefahren, der sogenannte innere Akku wird wieder aufgeladen.
Die Erholungs- und Entspannungsphase kann durch Meditation unterstützt werden. Dass gerade die Meditation äußerst effektiv ist, hat der ehemalige Gründer von Apple Inc. Steve Jobs (1955 – 2011) unter Beweis gestellt. Steve Jobs hatte als persönlichen Coach und Meditationslehrer einen buddhistischen Mönch engagiert, mit dem er täglich seine Meditationsübungen durchgegangen ist. Steve Jobs hat auch nie über seine Erkrankung lamentiert, er versprühte bis kurz vor seinem Tod Lebensfreude und Zuversicht.
Meditation ist nicht nur ein Entspannungsverfahren, Meditation ist mentales Training. Durch Meditation wird nachweislich das Stresshormon Cortisol gesenkt. Das wiederum bedeutet ein emotionales Gleichgewicht. Einer Studie zufolge könnten enorme Kosten eingespart werden, wenn vermehrt Meditation bei Menschen mit Depression eingesetzt würde. Meditation hat auch einen nachhaltigeren Effekt – und vor allem ohne Nebenwirkungen – als Antidepressiva.

Glücklich verheiratete leben länger

Verheiratete Menschen haben eine deutlich höhere Lebenserwartung als ungebundene. So ist eine Studie aus dem Jahr 2013 zu dem Ergebnis gekommen, dass Männer immerhin bis zu neun Jahren länger leben, Frauen bis zu sieben Jahren als Unverheiratete oder Singles. Bekannt ist dieses Phänomen allerdings seit bereits mehr als 150 Jahren, die erste wissenschaftliche Studie zu diesem Thema datiert aus dem Jahr 1856.
Gesunde und glückliche Menschen finden eher einen Partner. Und: Verheiratete haben auch eine höhere Überlebensrate bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Training
  2. Gesund ernähren
  3. Rauchfrei leben
  4. Positive Lebenseinstellung
  5. Entspannung und Meditation
  6. Glücklich verheiratete leben länger
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