Vanille – Einiges über die süße Schote

vanille mit ihr kann man vieles selber machenVanilleschoten sind Dir bekannt, aber Du weißt nicht, wo die Pflanze herkommt und wie die Schoten in das uns bekannte Gewürz verwandelt werden?

Die Schoten, welche im botanischen Sinn als Kapseln gelten, sind die Früchte der Gewürzvanille, die den Namen Vanilla planifolia trägt.

Vanille in Stangenform wird auch als „Königin der Gewürze“ bezeichnet.Ursprünglich stammt die süßliche Gewürzvanille, die lange Zeit den Reichen als Gaumenfreude zur Veredlung ihres Kakao-Getränks vorbehalten war, aus Mexiko sowie Mittelamerika.

Das teuerste Gewürz der Welt?

Auch die Azteken versüßten ihr Schokoladengetränk aus Kakaobohnen mit der Vanille, die bei Ihnen den Namen „tilxochitl“ trug und so etwas wie „schwarze Hülse“ bedeutet. Weiterhin nutzten sie die Pflanze als Heilmittel und Aphrodisiakum, ein Mittel zur Steigerung der Libido.

Das äußerst exquisite Gewürz, auf das die Spanier ganze 300 Jahre ihr Handelsmonopol hielten, zählt in reiner Form gleich hinter Safran zu den teuersten Gewürzen der Welt, was nicht zuletzt an der hohen Nachfrage sowie am aufwendigen Anbau der arbeitsintensiven Nutzpflanze liegt.

Der Vanille Monopol:

vanilleschote mit blüteErste Versuche Vanille außerhalb Südamerikas zu kultivieren scheiterten. Die Tropenpflanze ließ sich nämlich ausschließlich von den in Mexiko ansässigen Melipona-Bienen auf natürliche Weise befruchten. Wann kam der Wendepunkt? Nachdem eine Methode zur künstlichen Befruchtung der Vanillepflanze durch den belgischen Botaniker Charles Morren gefunden wurde, ließ die revolutionäre Methode nicht mehr lange auf sich warten, die den Startschuss für die Auflösung des „Vanille Monopols“ symbolisierte.

Im Jahre 1841 entdeckte der erst 12-jährige Sklave Edmond Albius ein effizientes Verfahren zur künstlichen Bestäubung der Vanilleblüte auf der Insel La Réunion, welches bis heute angewandt wird. La Réunion ist heute noch bedeutungsvoll für eine erstklassige Vanillequalität – und so bekam auch exquisite Vanille den alten Namen der Insel „Île Bourbon“ als Gütezeichen: Bourbon-Vanille. Die Gattung Vanilla umfasst ungefähr 110 Arten, 15 von diesen liefern aromatische Früchte, die unter dem Namen Vanilleschoten bekannt sind.

Diverse Arten von Vanille im Einzelnen

Die bedeutendste Art für die Herstellung der Vanilleschoten ist die Gewürzvanille, welche heutzutage vor allem in Madagaskar, auf den Komoren und auf Réunion (früher: Bourbon) angebaut wird. Welche Arten sind die beliebtesten? Die bei uns bekanntesten Arten, aufgrund von Kochrezepten, sind die Bourbon-, Mexikanische sowie Tahiti Vanille. Im Folgenden erhälst Du einen kleinen Einblick in die „Welt der Gewürze“ – Vanille ist übrigens schon längere Zeit nicht mehr nur Süßspeisen vorbehalten, auch herzhaften Gerichten verleiht sie einen unverwechselbaren und harmonischen Geschmack.

Bourbon-Vanille: Sie ist das Maß aller Dinge, wenn es um den Vanillegenuss geht. Aufgrund des hohen Vanillingehaltes gehört sie zu der beliebtesten Vanilleart der europäischen Bevölkerung. Vanillin stellt den Hauptaromastoff in den Früchten der Vanilla planifolia dar.

Mexikanische-Vanille: So wird die ursprüngliche Gewürzvanille, Vanilla planifolia, bezeichnet. Da Mexiko das Ursprungsland der Vanille ist, wird sie heute als die „ursprüngliche“ Vanille vertrieben, welche in weniger hohen Mengen produziert wird.

Tahiti-Vanille: Eine zur Vanille gehörende Art ist die Vanilla tahitiensis aus Französisch-Polynesien, die ein zartes und ungewöhnlich blumiges Aroma hat.

Vanille, Vanilleextrakt und Vanillepulver – Produkte aus der Vanille

Im Handel wird Vanille als ganze Vanilleschote oder in Form eines Vanillepulvers angeboten. Woran erkennst Du eine exquisite Qualität der Schote? Diese zeichnet sich durch feine, weiße Kristalle an der Oberfläche der Vanilleschoten aus, weiterhin deutet eine gute Biegsamkeit darauf hin. Erhältlich sind sie in kleinen Glasröhrchen, in denen Sie auch zu Hause gelagert werden sollten, denn die trockene und luftdichte Lagerung schützt vor Aufnahme von Fremdaromen. Mit Vanilleschoten kannst Du auch einige Produkte selbst herstellen – wie genau erfährst Du weiter unten!

Vanilleextrakt: Auch unter der Bezeichnung Vanilleessenz bekannt, ist ein flüssiger Auszug der Vanille mit ca. 35 % Ethanol und gegebenenfalls Zuckersirup. Obligatorisch für die Bezeichnung „reiner Vanilleextrakt“ ist die Extraktion aus echten Vanilleschoten. Wenn Du Vanilleextrakt selber machen willst, findest Du unten auf der Seite eine Anleitung.

Vanillepulver: Gemahlene Samenkörner der Vanille. Das Pulver bietet eine Alternative zu Vanilleschoten in der Küche, es enthält allerdings wenig Vanillearoma. Dies ist dem technischen Gewinnungsprozess zuzuschreiben.

Vanillin oder Vanille? Worauf man beim Einkauf achten sollte

natürliche gesunde vanilleschoten für vanillezuckerVanillin ist mittlerweile der weltweit am meisten verwendete Aromastoff. Aufgrund des hohen Preises der natürlichen Vanille wird dieser in hohen Mengen künstlich hergestellt, beispielsweise in Form eines Extraktes oder einer Essenz. Weltweit werden jährlich ca. 12.000 Tonnen des synthetischen Stoffes verbraucht. Vor allem in der Lebensmittelindustrie wird diese kostengünstige Variante häufig verwendet, um Speisen eine Vanillenote zu verleihen. Natürlich ist das künstliche Aroma bei Weitem nicht zu vergleichen mit dem Aroma der echten Vanilleschote, die natürliche Gewürzvanille enthält über 50 zusätzliche natürliche Aromastoffe, die ihren einzigartigen Aromacharakter prägen.

Gesunde Vanille erkennen:

Auf was solltest Du beim Einkauf von Vanille-Produkten achten? Differenziere unbedingt zwischen Vanillezucker (hergestellt unter Zusatz von feingemahlenen Vanilleschoten) und Vanillinzucker (hergestellt unter Zusatz von synthetischem Vanillin). Das synthetische Vanillin ist chemisch rein und man darf es auch als „naturidentisch“ bezeichnen, das heißt, es wird durch verschiedene technische Methoden hergestellt. Die Gewinnung kann z. B. bei der Papierherstellung aus Sulfit Abfällen erfolgen. Der Duft des synthetischen Vanillins gleicht aber bei Weitem nicht dem der echten Bourbon-Vanille. Last but not least gilt die synthetisch hergestellte Variante beim Verzehr bestimmter Mengen als kanzerogen sowie erbgutverändernd.

Eigene Herstellung von „echtem Vanillezucker“

Selber Vanillezucker herstellen:

Die Herstellung von Vanillezucker ist recht einfach und alles, was Du benötigst ist lediglich ein luftdicht verschließbares Gefäß sowie einige, ausgekratzte Vanilleschoten. Gib nun die Schoten sowie den Zucker in ein Behältnis und verschließe dieses. Nach ca. 6-8 Wochen enthält der Zucker ein sehr feines und intensives Vanillearoma. Übrigens: Je mehr Schoten Du hinzufügst, desto intensiver wird das Aroma!

Selber Vanillesalz herstellen:

Du suchst nach einer ausgefallenen Idee? Dann stelle Dein eigenes „Vanillesalz“ her. Halte dich an die oben beschriebene Variante und ersetze den Zucker durch Salz – im Zusammenspiel mit Fisch oder Meeresfrüchten eine wahre Geschmackssymphonie.

Vanilleextrakt herstellen

Vanilleextrakt selber herstellen mit Wodka, eine wunderbare Geschenkidee, ist nicht schwierig. Das Tolle – bei kühler sowie dunkler Lagerung ist dieser nahezu unbegrenzt haltbar!

Du benötigst: 2 Vanilleschoten und 200 ml Wodka

Step 1: Halbiere die Vanilleschoten der Länge nach und schlitze jede Hälfte mit einem scharfen Messer auf.
Step 2: Erhitze nun den Wodka und gib die Stücke der Vanilleschoten in ein hohes Schraubglas. Nun gießt Du den Wodka auf, verschließen das Glas und schüttelst einmal kräftig.
Step 3: Lasse nun Wodka und Vanille an einem kühlen, dunklen Ort 8 Wochen durchziehen. Schüttel das Schraubglas immer wieder, um den Inhalt zu verteilen.
Step 4: Leg nun ein Sieb über eine Schüssel und gieß den Extrakt hindurch, sodass die Schoten im Sieb aufgefangen werden. Nun gibst Du den Extrakt durch ein Sieb in braune Flaschen, worin er sich Jahre hält und optimal vor Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Interessantes Hintergrundwissen

Du kennst sicher die 5 Geschmackssinne. Die Vanille ist dafür prädestiniert, die als bitter empfundene Geschmacksnuance zu überdecken. So wird z. B. oft Schwarztee oder grüner Tee in Kombination mit Vanille angeboten. Die Medizin- und Pharmaindustrie hat die Vanille für sich entdeckt, um z. B. bitter schmeckende Lutschpastillen für den Patienten angenehmer im Geschmack zu gestalten.

Fazit: Du siehst, echte Vanille ist eine wahre Delikatesse. Die vielfältige Anwendbarkeit macht sie zu einem wahren „Allround-Talent“. Diese wird einfach zu oft durch künstliche Aromen verdrängt. Eine kostengünstigere Alternative wäre das gemahlene Pulver der Vanilleschote in Bioqualität.

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