Müsli selber machen – Verschiedene Rezeptideen

Was bedeutet Müsli und wo kommt es her? Müsli, eine Zubereitung aus Haferflocken und auf Getreidebasis basierenden Zutaten sowie Obst, in Form von Frisch- oder Trockenobst, stammt ursprünglich aus der Schweiz. Üblicherweise wird es oft in Kombination mit Milch, Sojamilch, Joghurt oder Fruchtsaft zum Frühstück verzehrt.

Wie wurde aber die Schweizer Spezialität, die mittlerweile weltweit, in den verschiedensten Variationen genossen wird, bekannt?

Erfahre mehr über die Entstehung des Müsli!
Das ursprünglich um 1900 entwickelte „Birchermues“ oder „Birchermüsli“ stammt von dem Schweizer Arzt sowie Ernährungsreformer Maximilian Oskar Bircher-Benner. Er, der gleichzeitig Gründer eines Züricher Sanatoriums war, bezeichnete seine Erzeugung als Apfeldiätspeise und verfolgte das Ziel, die Patienten mit seiner „Rohkostspeise“ zu heilen bzw. sie von dem gesundheitsfördernden Aspekt der Vollwertdiät mit frischem Obst zu überzeugen.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, rasch wurde das „Birchermüsli“ als leicht bekömmliches Abendessen in seinem Sanatorium, welches im Jahre 1914 sogar erweitert wurde, angeboten. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass Bircher-Benner das „Mues“ erstmals im Zuge einer Wanderung entdeckte, es wurde ihm auf einer Alm in Form einer Rohkostmahlzeit, bestehend aus Äpfeln, Haferflocken, Nüssen, Zitronensaft und gezuckerter Kondensmilch serviert. Korrekt wäre also die Tatsache, dass er es weiterentwickelte.

Für Bircher-Benner, der als Vorreiter der Vollwertkost gilt, stand übrigens nicht das Getreide an erster Stelle. Der Apfel inklusive Kerngehäuse und Schale war der wichtigste Bestandteil.

Vorerst begrenzte sich die zunehmende Popularität des Müslis auf die Schweiz. Der Schweizer Pionier bewarb seine Speise, indem er die Thematik Rohkostnahrung vielfach und ausführlich präsentierte. Im deutschsprachigen Raum etablierte sich das „Birchermues“ durch zahlreiche Veröffentlichungen von Kochbüchern der Bircher-Familie. Mit der Zeit und zunehmendem Bekanntheitsgrad wurde das Müsli abgewandelt, bereits in den 40er Jahren wurden des Öfteren Müslimischungen verwendet.

Müsli, der perfekte Start in den Tag

Müsli selber machen frische früchte

Müsli selber machen mit frischen Früchten.

Das Sprichwort „Frühstücke morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Königs und abends wie ein Bettler“ zeigt die Wichtigkeit des Frühstücks. Was kann da besser sein als ein köstliches, selbstzubereitetes Müsli? Fertige Mischungen gibt es wie Sand am Meer, aber ein bisschen anspruchsvoller und vor allem gesünder darf es doch schon sein: eigenes Müsli selber machen

Die Eigenproduktion lohnt sich, denn beim genauen Betrachten der Zutatenliste der Instantprodukte fällt gleich der hohe Zuckergehalt auf, und der lässt sich doch ganz leicht einsparen. Dein Körper wird es Dir danken! Lass dich inspirieren und werde kreativ, denn ein eigener Müsli-Mix bedeutet Abwechslung, durch die Kombination vielfältigster Zutaten.

Müsli selber machen Rezeptideen

Crunchy Müsli selber machen – Backofenvariante:

Stelle deinen „Crunchy-Mix“ doch gleich in größeren Mengen her, auf diese Art und Weise hast Du gleich einen Vorrat für ein paar Tage.

TIPP 1: Crunchy Müsli mit Flocken (ca. 10 Portionen):

Mische 500 g Haferflocken mit Körnern sowie Nüsse deiner Wahl, wie beispielsweise Kürbiskerne, Leinsamen, Haselnusskerne, Paranüsse, Mandeln und Sonnenblumenkerne. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Zugabe von Kokosflocken wäre eine Idee oder gar Walnüsse, diese sind ein Wundermittel gegen Stress, sie punkten durch zahlreiche Vitalstoffe, wie B-Vitamine, Folsäure, Biotin, Magnesium, Kalium, Kalzium, Eisen, Zink, Selen, Kupfer, Phosphor, hochwertiges Eiweiß sowie ungesättigte Fettsäuren.

Verrühre alle Zutaten in einer Schüssel und gib anschließend etwas Sonnenblumenöl sowie je nach Geschmack 175 g Honig, gerne auch Ahornsirup, in eine Pfanne und erhitze diese. Nun ist es an der Zeit die „kernige Mischung“ einzurühren. Anschließend verteilst Du den Flocken-Körner-Mix auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech und lässt diesen ungefähr 35 Minuten bei 150° C, je nach Backofen, rösten. Mische das Ganze ab- und an durch, sodass die Bräunung gleichmäßig entsteht. Jetzt ist es fast geschafft, die Mischung muss nur noch auskühlen. Last but not least füllst Du alles in ein verschließbares Glasgefäß.

Müsli gegen Heißhunger

Müsli am morgen: Ideal gegen Heißhunger!

Morgens kannst Du deine „Crunchy-Mischung“ dann wunderbar mit Joghurt sowie frischen Früchten, z. B. Äpfeln, Bananen, Kiwis oder Orangen, genießen. Apropos Äpfel, Du denkst jetzt eventuell, die Kombination ist langweilig. Wusstest Du schon, dass es in Deutschland um die 2000 Apfelsorten gibt? Ein Besuch des Wochenmarktes lohnt sich in jedem Fall, Äpfel enthalten eine Vielzahl an Bioaktivstoffen, welche entzündungshemmende und anti-oxidative Eigenschaften aufweisen.

TIPP 2: Crunchy Mix ohne Flocken:

Du magst keine Flocken? Dann kannst Du Deine Crunchy-Mischung auch beispielsweise auf diese Art herstellen:

Mische z. B. verschiedene Nüsse sowie Kerne, z. B. Pinienkerne oder Cashewkerne, mit Trockenobst. Cranberries sind genial, natürlich auch getrocknete Rosinen, Kirschen, Mangos oder Ananas – ganz nach deinem Geschmack. Deine Mischung steht? Dann gib das Ganze in eine Schüssel mit etwas geschmolzener Butter und vermische alles sorgfältig. Optional gibst Du nun etwas Honig oder Ahornsirup hinzu.

Verteile die Masse nun wieder auf einem Backblech, und lass diese bei 180°, je nach Backofen, 10 Minuten lang rösten. Wie zuvor bereits erwähnt solltest Du auch dieses Gemisch zwischendrin umrühren, sodass es von allen Seiten gleichmäßig knusprig wird. Bewahre den Mix im Kühlschrank auf, Du kannst dich ungefähr eine Woche daran erfreuen. Mit Joghurt und frischen Früchten abgerundet bist Du auch mit dieser Frühstücks-Variante perfekt vorbereitet auf die Herausforderungen des Alltags!

Vollwertkost – „ganzheitlicher“ Genuss

Beeren liefern natürliche Süße

Beeren liefern natürliche Süße!

Wir werden hier insbesondere auf den Frischkornbrei nach Dr. Brucker eingehen, auch ein Rezeptvorschlag des bekannten Bircher-Müslis wird hier vorgestellt. Zuerst widmen wir uns aber der Frage: Was bedeutet eigentlich Vollwertkost?

Kurz zusammengefasst wird mit dieser Art der Ernährung die Absicht verfolgt, gesunde frische und vor allem unbehandelte Nahrungsmittel sowie Vollkornerzeugnisse beim Müsli selber machen zu sich zu nehmen. Wie bereits im Part „Entstehung des Müslis“ kurz beschrieben beinhaltet das bekannte Bircher-Müsli die gesamte Frucht des Apfels inklusive Schale und Kerngehäuse. Denn man geht in der Vollwertküche davon aus, dass der Deutsche Bürger zu wenige Ballaststoffe zu sich nimmt. Beim Getreide verhält es sich genauso, es wird „vollständig“ genutzt – alles mit Schalen und Randschichten, sozusagen das „volle Korn“.

TIPP 1: Frischkorngericht Originalrezept von Dr. Brucker

Schrote 3 Esslöffel Dinkel grob in einer Getreidemühle, es kann aber auch Roggen, Weizen, Gerste, Hafer oder Hirse verwendet werden, oder ein Gemisch aus letztgenannten Getreidesorten. Solltest Du keine Getreidemühle besitzen, so kannst Du zum Schroten auch eine alte Kaffeemühle verwenden.

Das Mahlen sollte immer frisch vorgenommen werden! Nun wird das gemahlene Getreide mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser zu einem Brei vermischt und über Nacht, ca. 6 – 12 Stunden stehen gelassen. Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung kein Wasser weggegossen werden muss.

Nun, wenn die „Wartezeit“ vergangen ist, kann die Mischung durch Zugabe von geriebenen Äpfeln, Bananen, und anderen Früchten, gemäß Jahreszeit, ergänzt werden. Weiterhin werden dem Ganzen eventuell etwas Zitronensaft, 1 Esslöffel geschlagene Sahne und geriebene Nüsse hinzugefügt.

TIPP 2: Bircher Müsli selber machen

Vermische 4 Esslöffel Haferflocken mit ca. 150 ml Milch und lass die Mischung über Nacht quellen. Nun fügst Du dem Ganzen einen geriebenen Apfel mit Schale hinzu sowie 1 Esslöffel gehackte Haselnüsse und 1 Teelöffel Honig – fertig ist die Kreation. Je nach Geschmack kannst Du noch etwas warme Milch unterrühren.

Basisches Müsli selber machen:

Um den Säuren- Basenhaushalt wieder in Einklang zu bringen empfiehlt sich die basische Ernährung. Sie soll einer Übersäuerung des Organismus vorbeugen, beziehungsweise eine bestehende Übersäuerung lindern. Was sind eigentlich basenbildende Nahrungsmittel?

Um es kurz zu halten: die meisten Obst- und Gemüsesorten, Kräuter, einige Nüsse sowie Samen. Es handelt sich hier also um die Produkte, die über einen hohen Anteil an basischen Mineralstoffen, wie z. B. Magnesium und Kalium, verfügen. Letztgenannte werden im Körper basisch verstoffwechselt.

Um „basenreich“ in den Tag zu starten, eignet sich ein basenbildendes Frühstück. Damit Du dein Müsli ganz nach deinem Geschmack herstellen kannst, listen wir hier nachfolgend einige „Basenbildner“ auf:

Obst (vor allem Äpfel), Erdmandelflocken, frische Walnüsse, Hefeflocken, Kürbiskerne, Leinsamen, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Sesam und Umeboshi-Aprikosen (eingelegte japanische Früchte, die salzig & sauer schmecken). Außerdem z. B. Agavendicksaft, Birnendicksaft und Apfelsaftkonzentrat.

Basisches Müsli für 2 Personen

So kannst du ganz leicht ein basisches Müsli selber machen: 2 Äpfel und 2 (reife) Bananen werden in dünne Scheiben geschnitten, anschließend fügst Du dem Obst einige gehackte Mandeln und 1-2 Esslöffel Erdmandelflocken bei und rührst die Masse um. Der zum Schluss darüber gegebene Saft einer halben Zitrone rundet die Speise gut ab.

Die Idee dieses Rezeptes enstammt dem Buch „Meine basische Küche“ von Sabine Wacker. Wenn du Interesse an einer gesunden Ernährung hast, empfehlen wir dir, dieses Buch aufmerksam durchzulesen. Es lohnt sich!

Veganes Müsli

Verschiedene vegane Milchsorten!

Verschiedene vegane Milchsorten!

Auch auf das „vegane Frühstück“ wollen wir eingehen und ein veganes Müsli selber machen – es bietet übrigens zahlreiche Nährstoffe. Es gibt durchaus viele leckere Müslivarianten, wenn man auf tierische Produkte verzichtet. Statt der „normalen“ Milch kannst Du beispielsweise Sojamilch, Reis- oder Kokosmilch (Mehr erführst du in unserem Artikel: Reismilch selber machen) verwenden. Auch Säfte, welche nur als vegan gelten, wenn zum Klären keine Gelatine verwendet wird, passen prima zum Müsli.

Wie wäre es denn mit einem veganen Bircher-Müsli?

Für eine Portion benötigst Du folgende Zutaten: 1 EL Haferflocken, etwas Zitronensaft, Sojamilch, 1 geriebener Apfel, gehackte Nüsse.

Vermische die Haferflocken mit dem Wasser und lass das Ganze über Nacht quellen. Nun gibst du etwas Zitronensaft dazu. Anschließend rührst Du die Sojamilch in dieses Müsli. Vor dem Verzehr gibst Du einen geriebenen Apfel sowie ein paar gehackte Nüsse über das Gericht. Guten Appetit!

Müsli Nahrungsmittelunverträglichkeit:

Gluten freier Frühstücksgenuss:

Getreidesorten, wie z. B. Weizen, Hafer, Dinkel und Gerste enthalten Gluten, das Klebereiweiß. Was bedeutet Gluten genau? Es handelt sich dabei um ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Polypeptiden, auch als Proteine bekannt. Gluten freie Ernährung kann so vielfältig sein und bedeutet durchaus nicht der Verzicht auf Köstliches.

Wichtig ist es zu wissen, welche Produkte Gluten enthalten, um diese durch Gluten freie Alternativen zu ersetzen. So kannst Du beispielsweise aus unverarbeiteten Nusssorten, Mandeln, frischem Obst der Saison, Kokosflocken und Joghurt ein tolles, wohlschmeckendes glutenfreies Müsli selber machen.

Du vermisst Getreide bei den Rezepten zum Müsli selber machen? Quinoa ist zwar keine Getreidesorte, bildet aber ebenso stärkehaltige Körner aus und ist deshalb prima als morgendlicher Getreideersatz geeignet. Außerdem punktet Quinoa durch einen hohen Eiweißanteil.

Misch doch mal Quinoa Flakes mit Hirseflocken oder Reisflocken, gib frisches Obst, nach Wahl hinzu, anschließend noch ein paar geröstete Nüsse, evtl. Trockenobst, und vermische das Ganze mit Joghurt. Wenn Dir die Mischung nicht süß genug ist, fügst Du etwas Honig hinzu und fertig ist dein Gluten freies Müsli.

Laktosefreies Müsli selber machen:

Im Falle einer Laktoseintoleranz ist es nicht möglich Milchzucker zu verdauen, da das Enzym Laktase fehlt. Man kann sich dann aber wunderbar mit Laktose freier Milch sowie Laktose freiem Joghurt behelfen. Wie wäre es beispielsweise beim Müsli selber machen mit Erdbeeren, die einer Mischung aus 500g Laktose freiem Naturjoghurt und etwas Milch, ein paar gehackten Nüssen, Haferflocken sowie etwas Honig beigefügt werden? Ganz nebenbei: Erdbeeren enthalten viel Vitamin C und sind die „perfekten“ Muntermacher. Sie sind ebenso reich an Mineralstoffen sowie Spurenelementen.

Du siehst, ein selbstgemachter Müsli-Mix kann richtig Freude bereiten! Müsli-Genuss kann so vielfältig sein, auch ohne Convenience-Produkte. Trotz Zeitmangel kann man im Vorfeld einiges vorbereiten, wie Du siehst – und für den kleinen Hunger zwischendurch wären doch auch ein paar selbstgemachte Müsli-Riegel eine Alternative?

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