Geschmacksverstärker

Geschmacksverstärker, wie z. B. Mononatriumglutamat (E621), sind Lebensmittelzusatzstoffe, die den Geschmack diverser Produkte beeinflussen. Es handelt sich hier um chemische Substanzen, welche einen beträchtlichen Eigengeschmack aufweisen.

Schiefertafel mit der chemischen Formel von Glutamat

Chemische Formel vom Geschmacksverstärker Glutamat

Die Lebensmittelindustrie bedient sich seit Jahrzehnten weltweit der geschmacksverstärkenden Wirkung des Zusatzstoffes Glutamat und versucht damit das Aroma von Tütensuppen, Gewürzmischungen, Salat- und Würzsoßen, Fertig- und Tiefkühlgerichten sowie Knabberartikeln aufzupeppen.

Was bedeutet das E?

Europaweit sind insgesamt 320 Zusatzstoffe zugelassen. Sie werden unter Zuhilfenahme der E-Nummern bezeichnet, das E bedeutet Europa. Echte Geschmacksverstärker erkennst du anhand der Nummer E6xx. Doch Vorsicht: Auch in Würze und Hefeextrakt stecken Glutamat, diese müssen aber nicht mit einer E Nummer deklariert werden, da sie sich aus mehrere Essenzen zusammensetzen.

Kurze Background Informationen zur Entdeckung des Glutamats

Wusstet ihr, dass der Lebensmittelzusatzstoff, von dem aus Tokio stammenden Wissenschaftler Kikunae Ikeda entwickelt wurde? Im Jahre 1908 hat er durch diesen Zusatzstoff einen 5. Geschmackssinn auf der Zunge entdeckt. Laut dem Wissenschaftler gibt es nicht nur Rezepturen für Geschmäcker wie bitter, sauer, salzig und süß, sondern auch für den Glutamat Geschmack „Umami“, das japanische Wort für „wohlschmeckend“.

Unsere Tipps – auf mehr Natürlichkeit achten

Bevorzuge wenig bearbeitete Lebensmittel, je natürlicher die Produkte sind, desto besser. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten zahlreiche Zusatzstoffe. Wähle beispielsweise lieber Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt.

Bereite deine Speisen selbst zu mit frischen, qualitativ hochwertigen Produkten, vorzugsweise in Bio-Qualität. Selbst Discounter wie, z. B. Aldi und Lidl besitzen Bio-Lebensmittel. Verzichte auf Instant Kartoffelbrei und Fertigsoßen zum Wohle deiner Gesundheit!

bio obst und gemüse

Leckeres Obst und Gemüse ist gesund!

Stelle dein eigenes Gemüsebrüh-Granulat selbst her, ohne Verwendung schädlicher Zusatzstoffe, mit dem du auch exzellent diversen Gerichten auf natürliche Weise den richtigen Pepp verleihen kannst. Nehme Abstand von Instant Gewürzmischungen, die Zusatzstoffe wie Glutamat oder auch Hefeextrakte beinhalten.

Ohne Geschmacksverstärker – so wird der Verbraucher in die Irre geführt

Kaufe wirklich selten, oder im besten Falle keine Lebensmittel mit Zusatzstoffen, denn sowohl künstliche Aromen als auch Geschmacksverstärker verändern unseren Geschmack. Doch das wird uns Verbrauchern in der Tat nicht immer leicht gemacht, denn immer mehr Hersteller werben damit, was Lebensmittel nicht enthalten, beispielsweise findet man auf den Etiketten die Angaben „natürlich – ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“.

Wer auf Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker verzichten will, freut sich zunächst und denkt womöglich, er erwerbe ein weniger bearbeitetes Produkt – ein Trugschluss, denn ein „sauberes Etikett“, auch „Clean Label“ genannt – ist zunächst nur eine Produktwerbung, die nicht immer hält, was sie verspricht.ventuell wird eine unerwünschte Zutat durch eine ähnliche, lediglich anders bezeichnete ersetzt.

Hier scheint es, als sollen Verbraucher häufig „in die Irre geführt“ werden. Lebensmittel mit der Werbeaussage „ohne Geschmacksverstärker“ sprechen Kunden an, die auf Geschmacksverstärker verzichten wollen, insbesondere auf Glutamat. Es ist korrekt, dass Natriumglutamat in diesen Produkten nicht enthalten ist, stattdessen greifen die Hersteller zu Hefeextrakt.

glutamat und hefeextrakt

Kein Glutamat? – Beispiel: Hefeextrakt!

Rein rechtlich gesehen ist dies kein Geschmacksverstärker, aber praktisch schon, da es zwischen 2,1 und 3,3 % freies Glutamat enthält.

Welche Auswirkungen gehen von Geschmacksverstärkern aus? Gibt es „Nebenwirkungen“?

Es wird derzeit viel spekuliert hinsichtlich der negativen Auswirkungen von Geschmacksverstärkern, wie Glutamat, hinsichtlich Erkrankungen wie z. B. Adipositas, Alzheimer oder Parkinson. Laut Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn, mit der wir persönlich gesprochen haben, gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Auslösung der oben genannten Erkrankungen durch Glutamat.

Nach derzeitigem Wissensstand gelte Glutamat als gesundheitlich unbedenklich. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung bestehen auch keine Bedenken hinsichtlich der gelegentlichen Verwendung von Glutamat bei der Zubereitung von Speisen. Dabei sprechen wir allerdings von sehr geringen Dosen, welche keineswegs hauptsächlich als Geschmacksindikatoren unserer Speisen gelten sollten. Auch als Kochsalzersatz solltest du Glutamat niemals verwenden.

schild ohne glutamat Geschmacksverstärker

Viele Menschen klagen des Öfteren über körperliche Beschwerden oder ein Unwohlsein nach dem Verzehr von Glutamat haltigen Speisen beim Chinesen. Viele Gerichte, wie Chop Suey oder die beliebte Peking Ente, werden intensiv mit Glutamat gewürzt. Schon lange eingebürgert hat sich deshalb der Begriff „China-Restaurant-Syndrom“.

Allerdings konnte diese Hypothese bisher auch nicht bewahrheitet werden, wissenschaftliche Beweise wurden also noch nicht gefunden. Laut Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung wird die Hypothese der in Einzelfällen auftretenden Überempfindlichkeitsreaktionen bei Glutamat jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. Glutamat, welches derzeit nicht als giftig gilt, kann laut Angaben einiger Wissenschaftler bei empfindlichen Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Es überreize in diesem Falle,so nimmt man an, Nerven im Muskel & Hautbereich.

Unser Fazit für Geschmacksverstärker:

Unser Fazit lautet in jedem Fall: Selbst machen und möglichst auf Fertigprodukte verzichten! Denn das Heimtückische an diesen Zusatzstoffen ist auch, dass der Geschmackssinn allmählich abstumpft. Wir können dann unseren Naturjoghurt oder unsere selbstgemachte Gemüsebrühe gar nicht mehr genießen, da wir das Übermaß an Würze vermissen.

Insbesondere Kinder gewöhnen sich rasch an die geschmacksintensivere Variante und wollen dann beispielsweise von ihrem Instant Erdbeerjoghurt nicht mehr ablassen. Und soweit sollte es unserem Erachten nach erst gar nicht kommen! Deshalb haben wir euch im Folgenden einige Rezepte ohne die besagten Zusatzstoffe zusammengestellt.

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Selbstmachen lohnt sich – Suppenwürze ohne Geschmacksverstärker

Hausgemachte Suppenwürze ohne Glutamat

Anbei erhältst du ein unkompliziertes, aromatisches und gesundes Rezept auf Basis von natürlichen Zutaten. Das Geniale: Du kannst es wunderbar eine längere Zeit, nahezu bis zu einem Jahr, in einem verschlossenen Schraubglas aufbewahren. TIPP: Stelle das Granulat gleich in größeren Mengen her.

gemüsebrühe herstellen

Expertentipp: Die Gemüsebrühe in größerer Menge herstellen!

Für ein 1 großes Schraubglas je 125 g Lauch, Karotten, Knollensellerie und Petersilie, 1 Bund Liebstöckel und 50 g Pastinake oder Petersilienwurzel putzen und im Blitzhacker sehr fein hacken. Diese Mischung verrührst du nun mit 125 g Salz und lässt das Ganze auf einem Backblech verteilt 8 Stunden bei 60° C (Umluft) im Backofen trocknen.

Hausgemachte Suppenwürze II

Optional könntest du deine, auf natürlichen Zutaten basierende, Suppenwürze wie folgt herstellen: Hacke ½ Knolle Sellerie, 1 Stange Lauch, 1 Möhre und 1 Zwiebel sehr fein. Das Ganze lässt du nun 2 Stunden bei 80°C im Backofen gut trocknen. Last but not least mischt du die getrockneten Zutaten mit 7 TL Meersalz und füllst die Mischung in ein Schraubglas.

Du wirst sehen, dass dir anhand der beiden Rezeptvorschläge ein richtiges Allround-Würzmittel zur Verfügung steht, dass sich lange hält. Viel Spaß beim Nachmachen!

Leckere Salatsaucen auf Basis natürlicher Zutaten

Salat mit Hähnchenbruststreifen

Salatsauce selber machen – lecker, schnell und einfach machbar.

Rezept 1:
Zubereitung: 2 Esslöffel kaltgepresstes Öl, Saft einer Zitrone, ca. ½ Teelöffel Akazienhonig, Salatkräuter nach Belieben, wie beispielsweise Petersilie, Dill, Basilikum, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Kresse, etc.

Rezept 2:
Zubereitung: ca. ¼ Ltr. saure Sahne, 1 Esslöffel kaltgepresstes Öl, Saft einer halben Zitrone, Salatkräuter nach Belieben, etwas kleingeschnittene Zwiebel, ½ Teelöffel Salz.

Rezept „gefüllte Paprikaschoten“ auf Basis der Vollwerternährung

In einem unserer letzten Beiträge Müsli selber machen sind wir bereits kurz auf „Vollwertkost“ eingegangen. Dies bezog sich mehr auf Müslizusammenstellungen. Anbei haben wir ein leckeres Rezept gefunden, basierend auf der Vollwerternährung. Viel Spaß beim Nachkochen!
Paprikaschoten gefüllt:
4-8 Paprikaschoten, 100 g Naturreis, ¼ Ltr. Gemüsebrühe, 1 mittelgroße Zwiebel, je 100 g Möhre, Sellerie, Zucchini, etwas Reismehl, etwas Salz und Pfeffer.

Entferne Stiele sowie Gehäuse der Paprikaschoten und wasche die Schoten sehr gründlich. Dämpfe den Reis mit der Gemüsebrühe 15 – 20 Minuten lang. Nun dünste das kleingeschnittene Gemüse sowie die feingewürfelte Zwiebel und dünste die Gemüsemischung in Öl an.

Anschließend gibst du diese zum gegarten Reis und vermischst alles gut miteinander. Unter Zugabe von Reismehl wird das Ganze leicht gebunden. Im letzten Schritt füllst du die Paprikaschoten mit der Reismasse und dämpfst sie im geschlossenen Einsatz des Dämpftopfes in wenig Wasser für ca. 15 – 20 Minuten.

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Bärlauch Spaghetti

In unserer heutigen Zeit fehlt Vielen natürlich auch die Zeit fürs Kochen. Deshalb haben wir zu guter Letzt noch ein leckeres Spaghetti Rezept für euch, das garantiert schnell zubereitet ist und individuell nach eurem Geschmack abgewandelt werden kann.

bärlauch spaghetti

Rezeptidee: Bärlauchspaghetti!

Zutaten: 400 – 500 g Vollkornspaghetti, 200 g Bärlauch, 1 Chilischote mild, 100 ml Olivenöl, Salz, 80 g Parmesan.

Bereite die Spaghetti nach Packungsanweisung zu. Der Bärlauch wird nun gewaschen, getrocknet und in kleine Streifen geschnitten. Anschließend wird die Chilischote feingewürfelt. Nun wird das Öl in einer Pfanne mit Bärlauch und Chili ohne Geschmacksverstärker ganz leicht und kurz erhitzt, gelegentlich verrührt und mit Salz abgeschmeckt. Zum Schluss werden die Spaghetti tropfnass mit dem Bärlauchöl gemischt und anschließend mit Parmesan bestreut.

TIPP zu Bärlauch:

Bärlauch, welcher verwandt ist mit Schnittlauch, Zwiebeln sowie Knoblauch, wächst wild von Anfang Februar bis Mitte März in schattigen Auen und Auwäldern auf durchgängig feuchten Lehmböden. Du willst ihn selbst pflücken? Auf der Suche ist zu berücksichtigen, dass er den giftigen Blättern der Maiglöckchen ähnlich sieht. Am besten zerreibst du das Blatt zwischen den Fingern, der knoblauchartige Geruch weist eindeutig auf Bärlauch hin. Die Pflanze ist übrigens komplett essbar.

Wir hoffen, wir konnten dir mit diesem Beitrag einen Überblick über Geschmacksverstärker geben und dir auch zeigen, dass es sich lohnt die Inhaltsstoffe auf den Produktpackungen genau zu studieren. Selbstkochen lohnt sich auf jeden Fall: für Gesundheit, Geschmack und Genuss!

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