Geschmacksverstärker

Aktualisiert: 4. August 2018
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Geschmacksverstärker, wie z. B. Mononatriumglutamat (E621), sind Lebensmittelzusatzstoffe, die den Geschmack diverser Produkte beeinflussen. Es handelt sich hier um chemische Substanzen, die einen beträchtlichen Eigengeschmack aufweisen.

  • Europaweit sind insgesamt 320 Zusatzstoffe zugelassen. Sie werden unter Zuhilfenahme der E-Nummern bezeichnet, das E bedeutet Europa. Echte Geschmacksverstärker erkennen Sie anhand der Nummer E6xx.

  • Bevorzugen Sie wenig bearbeitete Lebensmittel, je natürlicher die Produkte sind, desto besser. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten zahlreiche Zusatzstoffe. Wählen Sie beispielsweise lieber Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt.

glutamat

Geschmacksverstärker, wie z. B. Mononatriumglutamat (E621), sind Lebensmittelzusatzstoffe, die den Geschmack diverser Produkte beeinflussen. Es handelt sich hier um chemische Substanzen, die einen beträchtlichen Eigengeschmack aufweisen. Die Lebensmittelindustrie bedient sich seit Jahrzehnten weltweit der geschmacksverstärkenden Wirkung des Zusatzstoffes Glutamat und versucht damit das Aroma von Tütensuppen, Gewürzmischungen, Salat- und Würzsoßen, Fertig- und Tiefkühlgerichten sowie Knabberartikeln aufzupeppen.

Was bedeutet das E?

Europaweit sind insgesamt 320 Zusatzstoffe zugelassen. Sie werden unter Zuhilfenahme der E-Nummern bezeichnet, das E bedeutet Europa. Echte Geschmacksverstärker erkennen Sie anhand der Nummer E6xx. Doch Vorsicht: Auch in Würze und Hefeextrakt stecken Glutamat, diese müssen aber nicht mit einer E Nummer deklariert werden, da sie sich aus mehrere Essenzen zusammensetzen.

Kurze Background Informationen zur Entdeckung des Glutamats

Wussten Sie, dass der Lebensmittelzusatzstoff von dem aus Tokio stammenden Wissenschaftler Kikunae Ikeda entwickelt wurde? Im Jahre 1908 hat er durch diesen Zusatzstoff einen 5. Geschmackssinn auf der Zunge entdeckt. Laut dem Wissenschaftler gibt es nicht nur Rezepturen für Geschmäcker wie bitter, sauer, salzig und süß, sondern auch für den Glutamat Geschmack „Umami“, das japanische Wort für „wohlschmeckend“.

Unsere Tipps – auf mehr Natürlichkeit achten

Bevorzugen Sie wenig bearbeitete Lebensmittel, je natürlicher die Produkte sind, desto besser. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten zahlreiche Zusatzstoffe. Wählen Sie beispielsweise lieber Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt.

Bereiten Sie Ihre Speisen selbst zu mit frischen, qualitativ hochwertigen Produkten, vorzugsweise in Bio-Qualität. Selbst Discounter wie, z.B. Aldi und Lidl besitzen Bio-Lebensmittel. Verzichten Sie auf Instant Kartoffelbrei und Fertigsoßen zum Wohle Ihrer Gesundheit! Stellen Sie Ihr eigenes Gemüsebrüh-Granulat selbst her, ohne Verwendung schädlicher Zusatzstoffe, mit dem Sie auch exzellent diversen Gerichten auf natürliche Weise den richtigen Pepp verleihen können. Nehme n Sie Abstand von Instant Gewürzmischungen, die Zusatzstoffe wie Glutamat oder auch Hefeextrakte beinhalten.

bio obst und gemüse

Ohne Geschmacksverstärker – so wird der Verbraucher in die Irre geführt

hefeextrakt und glutamat

Kein Glutamat? – Beispiel: Hefeextrakt!

Kaufen Sie wirklich selten oder im besten Falle keine Lebensmittel mit Zusatzstoffen, denn sowohl künstliche Aromen als auch Geschmacksverstärker verändern unseren Geschmack. Doch das wird uns Verbrauchern in der Tat nicht immer leicht gemacht, denn immer mehr Hersteller werben damit, was Lebensmittel nicht enthalten, beispielsweise findet man auf den Etiketten die Angaben „natürlich – ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“.

Wer auf Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker verzichten will, freut sich zunächst und denkt womöglich, er erwerbe ein weniger bearbeitetes Produkt – ein Trugschluss, denn ein „sauberes Etikett“, auch „Clean Label“ genannt, ist zunächst nur eine Produktwerbung, die nicht immer hält, was sie verspricht. Eventuell wird eine unerwünschte Zutat durch eine ähnliche, lediglich anders bezeichnete, ersetzt.

Hier scheint es, als sollen Verbraucher häufig in die Irre geführt werden. Lebensmittel mit der Werbeaussage „ohne Geschmacksverstärker“ sprechen Kunden an, die auf Geschmacksverstärker verzichten wollen, insbesondere auf Glutamat. Es ist korrekt, dass Natriumglutamat in diesen Produkten nicht enthalten ist, stattdessen greifen die Hersteller jedoch zu Hefeextrakt. Rein rechtlich gesehen ist dies kein Geschmacksverstärker, aber praktisch schon, da es zwischen 2,1 % und 3,3 % freies Glutamat enthält.

Welche Auswirkungen gehen von Geschmacksverstärkern aus? Gibt es Nebenwirkungen?

Es wird derzeit viel spekuliert hinsichtlich der negativen Auswirkungen von Geschmacksverstärkern, wie Glutamat, bezüglich Erkrankungen wie z.B. Adipositas, Alzheimer oder Parkinson. Laut Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn, mit der wir persönlich gesprochen haben, gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Auslösung der oben genannten Erkrankungen durch Glutamat.

Nach derzeitigem Wissensstand gelte Glutamat als gesundheitlich unbedenklich. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung bestehen auch keine Bedenken hinsichtlich der gelegentlichen Verwendung von Glutamat bei der Zubereitung von Speisen. Dabei sprechen wir allerdings von sehr geringen Dosen, welche keineswegs hauptsächlich als Geschmacksindikatoren unserer Speisen gelten sollten. Auch als Kochsalzersatz sollen Sie Glutamat niemals verwenden.

Viele Menschen klagen des Öfteren über körperliche Beschwerden oder ein Unwohlsein nach dem Verzehr von Glutamat haltigen Speisen beim Chinesen. Viele Gerichte, wie Chop Suey oder die beliebte Peking Ente, werden intensiv mit Glutamat gewürzt. Schon lange eingebürgert hat sich deshalb der Begriff China-Restaurant-Syndrom.

Allerdings konnte diese Hypothese bisher auch nicht bewahrheitet werden, wissenschaftliche Beweise wurden also noch nicht gefunden. Laut Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung wird die Hypothese der in Einzelfällen auftretenden Überempfindlichkeitsreaktionen bei Glutamat jedoch nicht vollständig ausgeschlossen. Glutamat, welches derzeit nicht als giftig gilt, kann laut Angaben einiger Wissenschaftler bei empfindlichen Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Es überreize in diesem Falle, so nimmt man an, Nerven im Muskel & Hautbereich.

Unser Fazit für Geschmacksverstärker:

Unser Fazit lautet in jedem Fall: Selbst machen und möglichst auf Fertigprodukte verzichten! Denn das Heimtückische an diesen Zusatzstoffen ist auch, dass der Geschmackssinn allmählich abstumpft. Wir können dann unseren Naturjoghurt oder unsere selbstgemachte Gemüsebrühe gar nicht mehr genießen, da wir das Übermaß an Würze vermissen.

Insbesondere Kinder gewöhnen sich rasch an die geschmacksintensivere Variante und wollen dann beispielsweise von ihrem Instant Erdbeerjoghurt nicht mehr ablassen. Und soweit sollte es unserem Erachten nach erst gar nicht kommen! Deshalb haben wir Ihnen im Folgenden einige Rezepte ohne die besagten Zusatzstoffe zusammengestellt.

Selbstmachen lohnt sich – Suppenwürze ohne Geschmacksverstärker

gemüsebrühe

Expertentipp: Die Gemüsebrühe in größerer Menge herstellen!

Hausgemachte Suppenwürze ohne Glutamat

Anbei erhalten Sie ein unkompliziertes, aromatisches und gesundes Rezept auf Basis von natürlichen Zutaten. Das Geniale: Sie können es wunderbar eine längere Zeit, nahezu bis zu einem Jahr, in einem verschlossenen Schraubglas aufbewahren. TIPP: Stellen Sie das Granulat gleich in größeren Mengen her. Für ein 1 großes Schraubglas je 125 g Lauch, Karotten, Knollensellerie und Petersilie, 1 Bund Liebstöckel und 50 g Pastinake oder Petersilienwurzel putzen und im Blitzhacker sehr fein hacken. Diese Mischung verrühren Sie nun mit 125 g Salz und lassen das Ganze auf einem Backblech verteilt 8 Stunden bei 60° C (Umluft) im Backofen trocknen.

Hausgemachte Suppenwürze II

Optional könnten Sie Ihre, auf natürlichen Zutaten basierende, Suppenwürze wie folgt herstellen: Hacke ½ Knolle Sellerie, 1 Stange Lauch, 1 Möhre und 1 Zwiebel sehr fein. Das Ganze lassen Sie nun 2 Stunden bei 80°C im Backofen gut trocknen. Last but not least mischen Sie die getrockneten Zutaten mit 7 TL Meersalz und füllen die Mischung in ein Schraubglas.

Sie werden sehen, dass Ihnen anhand der beiden Rezeptvorschläge ein richtiges Allround-Würzmittel zur Verfügung steht, dass sich lange hält. Viel Spaß beim Nachmachen!

salatsauce selber machen

Salatsauce selber machen – lecker, schnell und einfach machbar.

Leckere Salatsaucen auf Basis natürlicher Zutaten

Rezept 1:
Zubereitung: 2 Esslöffel kaltgepresstes Öl, Saft einer Zitrone, ca. ½ Teelöffel Akazienhonig, Salatkräuter nach Belieben, wie beispielsweise Petersilie, Dill, Basilikum, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Kresse, etc.

Rezept 2:
Zubereitung: ca. ¼ Ltr. saure Sahne, 1 Esslöffel kaltgepresstes Öl, Saft einer halben Zitrone, Salatkräuter nach Belieben, etwas kleingeschnittene Zwiebel, ½ Teelöffel Salz.

Rezept „gefüllte Paprikaschoten“ auf Basis der Vollwerternährung

In einem unserer letzten Beiträge Müsli selber machen sind wir bereits kurz auf „Vollwertkost“ eingegangen. Dies bezog sich mehr auf Müslizusammenstellungen. Anbei haben wir ein leckeres Rezept gefunden, basierend auf der Vollwerternährung. Viel Spaß beim Nachkochen!
Paprikaschoten gefüllt:
4-8 Paprikaschoten, 100 g Naturreis, ¼ Ltr. Gemüsebrühe, 1 mittelgroße Zwiebel, je 100 g Möhre, Sellerie, Zucchini, etwas Reismehl, etwas Salz und Pfeffer.

Entfernen Sie Stiele sowie Gehäuse der Paprikaschoten und waschen Sie die Schoten sehr gründlich. Dämpfen Sie den Reis mit der Gemüsebrühe 15 – 20 Minuten lang. Nun dünsten Sie das kleingeschnittene Gemüse sowie die feingewürfelte Zwiebel und dünsten die Gemüsemischung in Öl an.

Anschließend geben Sie diese zum gegarten Reis und vermischen alles gut miteinander. Unter Zugabe von Reismehl wird das Ganze leicht gebunden. Im letzten Schritt füllen Sie die Paprikaschoten mit der Reismasse und dämpfen sie im geschlossenen Einsatz des Dämpftopfes in wenig Wasser für ca. 15 – 20 Minuten.

bärlauch spaghetti

Rezeptidee: Bärlauchspaghetti!

Bärlauch Spaghetti

In unserer heutigen Zeit fehlt Vielen natürlich auch die Zeit fürs Kochen. Deshalb haben wir zu guter Letzt noch ein leckeres Spaghetti Rezept für Sie, das garantiert schnell zubereitet ist und individuell nach Ihrem Geschmack abgewandelt werden kann.

Zutaten: 400 – 500 g Vollkornspaghetti, 200 g Bärlauch, 1 Chilischote mild, 100 ml Olivenöl, Salz, 80 g Parmesan.

Bereiten Sie die Spaghetti nach Packungsanweisung zu. Der Bärlauch wird nun gewaschen, getrocknet und in kleine Streifen geschnitten. Anschließend wird die Chilischote feingewürfelt. Nun wird das Öl in einer Pfanne mit Bärlauch und Chili ohne Geschmacksverstärker ganz leicht und kurz erhitzt, gelegentlich verrührt und mit Salz abgeschmeckt. Zum Schluss werden die Spaghetti tropfnass mit dem Bärlauchöl gemischt und anschließend mit Parmesan bestreut.

Tipp zu Bärlauch:

Bärlauch, der verwandt ist mit Schnittlauch, Zwiebeln sowie Knoblauch, wächst wild von Anfang Februar bis Mitte März in schattigen Auen und Auwäldern auf durchgängig feuchten Lehmböden. Sie wollen ihn selbst pflücken? Auf der Suche ist zu berücksichtigen, dass er den giftigen Blättern der Maiglöckchen ähnlich sieht. Am besten zerreiben Sie das Blatt zwischen den Fingern, der knoblauchartige Geruch weist eindeutig auf Bärlauch hin. Die Pflanze ist übrigens komplett essbar.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag einen Überblick über Geschmacksverstärker geben und Ihnen auch zeigen, dass es sich lohnt die Inhaltsstoffe auf den Produktpackungen genau zu studieren. Selbstkochen lohnt sich auf jeden Fall: für Gesundheit, Geschmack und Genuss!

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