Was besagt die neue EU-Richtlinie für unsere Pommes?

Aktualisiert: 20. November 2018
Das Wichtigste in der Kurzzusammenfassung.
  • Um die Endverbraucher in der Europäischen Union vor den gesundheitlichen Gefahren von Acrylamid zu schützen, wurde von der EU-Kommission Ende 2017 eine neue EU-Verordnung ausgearbeitet, die die Höchstwerte von Acrylamid festlegt.

  • Diese EU-Richtlinie trat am 11. April 2018 in der gesamten Europäischen Union in Kraft.

  • Aufgrund dieser Verordnung mit dem stolzen Namen „VO (EU) 2017/2158 zur Festlegung der Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten für die Senkung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln“ werden Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, verbindliche Maßnahmen zu treffen, um den Acrylamidgehalt in stärkehaltigen Lebensmitteln zu reduzieren.

EU-Richtlinie Pommes

Sie haben sicherlich auch bereits davon gehört. Zu dunkel frittierte und geröstete Kartoffel wie beispielsweise Pommes frites dürfen seit Kurzem aufgrund einer neuen EU-Richtlinie nicht mehr vertrieben werden. Was hat es damit wohl auf sich? Im folgenden Text wird ein näherer Blick auf diesen neuen Gesetzeserlass der Europäischen Union geworfen.

Welche Lebensmittel sind von dieser EU-Verordnung betroffen?

Die festgelegten Regelungen gelten für folgende Lebensmittelgruppen:

– Pommes frites und ähnliche Produkte
– Kartoffelchips und vergleichbare Erzeugnisse aus Kartoffeln
– Brot
– Lebkuchen
– Frühstückszerealien
– Feine Backwaren
– Kaffee
– Beikost für Säuglinge und Kleinkinder

Was passiert bei einer Überschreitung der festgelegten Richtwerte?

Sollten die Behörden bei einer Überprüfung eines Lebensmittelherstellers erhöhte Acrylamidwerte feststellen, so sollen die Behörden gemeinsam mit dem Unternehmen die Ursachen für die Überschreitung untersuchen und Maßnahmen zur Minimierung des Acrylgehalts treffen. Die Gastronomen werden also nicht gleich mit einer Geldstrafe belegt.

Welche Maßnahmen zur Senkung des Acrylamidgehalts werden empfohlen?

Bei Brot, Lebkuchen, Zerealien und Keksen sollen die Hersteller künftig Getreide aussuchen, das mit relativ viel Schwefel gedüngt wurde. Bei der Herstellung wird zudem empfohlen, schonendere Backtriebmittel einzusetzen. Es wird auch dazu geraten, Glucose, Fruktose und Honig mit normalem Zucker zu ersetzen.
Die Produkte sollen vor allem so hell wie nur möglich gebacken werden. Das Acrylamid wird ab etwa 120 Grad Celsius gebildet, bei Temperaturen über 150 Grad Celsius erhöhen sich die Acrylamidwerte in den Lebensmitteln laut der Forschung sprunghaft.

Vor allem Pommes frites, Brot, Kartoffelchips, Lebkuchen und Kaffee sind von der neuen EU-Verordnung zur Reduzierung von Acrylamid in Lebensmitteln betroffen.

Acrylamid wurde zum ersten Mal im Jahre 2002 von skandinavischen Wissenschaftlern stärkehaltigen Lebensmitteln nachgewiesen, wenn diese auf mindestens 120 Grad Celsius erhitzt wurden. Acrylamid wird im Körper zu Glycidamid umgewandelt. Glycidamid steht laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) im Verdacht, krebserregend zu sein. Um auf Nummer Sicher zu gehen empfehlen wir, zum Pommes selber machen zu wechseln!

Bei der Überschreitung der Acrylamidwerte durch die Hersteller gibt es keine saftigen Geldstrafen, sondern gezielte Maßnahmen zur Senkung der Werte.

Inhaltsverzeichnis
  1. Welche Lebensmittel sind von dieser EU-Verordnung betroffen?
  2. Was passiert bei einer Überschreitung der festgelegten Richtwerte?
  3. Welche Maßnahmen zur Senkung des Acrylamidgehalts werden empfohlen?
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